Liebe Demonstranten, Liebe Demonstrantinnen,
Für uns als Antifaschistische Initiative Höxter ist es wichtig ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.
Dafür setzen wir uns ein, darin sehen wir unsere Aufgabe, unsere Verpflichtung und auch unsere Verantwortung.
Besonders wichtig ist uns, und das soll die Botschaft der heutigen Veranstaltung sein, dass unser Protest in die Breite der Bevölkerung getragen wird und die Köpfe der Menschen im Kreis Höxter und darüber hinaus erreicht.
Aber Warum das alles?
Wenn demokratisch legitimierte Akteure ohne Verantwortungsbewusstsein öffentlich äußern „Multikulti ist Tod“, wenn schnauzbärtige Männer von genetischen Unterschieden und anderen Dingen öffentlich sprechen, zu Bestsellerautoren werden und bei Kritik auch noch die Meinungsfreiheit in den großen deutschen Tageszeitung eingefordert wird, spätestens dann ist es nötig den Protest auf die Straße zu tragen und zu sagen
„Antifaschismus muss praktisch werden“!
Wir lassen es nicht zu, dass Rassismus, Diskriminierung und Menschenverachtung salonfähig werden.
Multikulti lebt – und genau das ist auch gut so!
Nicht das was uns trennt sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Gemeinsamkeiten die uns verbinden und die Brücken die Menschen gemeinsam, miteinander aufbauen können.
Es ist notwendig etwas zu tun, damit ein multikulturelles Miteinander auch gelingen kann. Dazu gehört Gemeinsamkeiten zu suchen und nicht das was uns als Menschen, als Gesellschaft unterscheidbar macht in den Vordergrund zu drängen. Genau entgegengesetzt mit Ängsten und Vorurteilen hantieren die braunen Rattenfänger, sie sind es die uns spalten, sie sind es die Hass und Gewalt sähen und dem erteilen wir hier und heute eine klare Absage.
Wenn junge Menschen regelrecht rekrutiert werden sei es auf rechtsradikalen Konzerten, durch Propagandamaterial, durch Symbole, Kleidung, durch Internetpropaganda, durch Wehrsport oder durch Gewaltexzesse in oder vor Fußballstadien, kurz gesagt durch eine ideologisierte Identität müssen wir als Menschen im Kreis Höxter und überall in dieser Republik dem mit Zivilcourage selbstbewusst und engagiert entgegentreten.
Auch hier gilt „Nein ihr werdet nicht durchkommen“
Wir die Antifa Höxter unterstützen die Ziele und die Aussagekraft der Resolution des Kreistages Höxters zum Rechtsextremismus und wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass es gelingt einen breiten gesellschaftlichen Dialog in unserer Region voranzubringen, es macht daher keinen Sinn uns in eine Schublade zu stecken und als linksextrem zu bezeichnen! Wer sich mit der Geschichte des Antifaschismus einmal näher auseinandergesetzt hat, weiß ganz genau, dass diese Gleichmacherei eine Beleidigung derjenigen ist die im Kampf gegen den Faschismus und Nazi Deutschland ihr Leben ließen. Die Antifaschistische Bewegung lässt sich nicht auf eine Stufe stellen mit Rassisten, Antisemiten und Menschenfeinden besonders nicht von erzkonservativen und neoliberalen Kräften.
dazu ein Zitat von Theodor Adorno: Mündigkeit ist für Demokratie wesentlich. Sie geht mit Kritik notwendig zusammen. Denn mündig ist nur, wer für sich selbst denkt und nicht bloß nachredet, was andere ihm vorgeredet haben. Das Selbst-Denken erweist sich erst in der Kraft zum Widerstand gegen die vorgegebenen Meinungen überhaupt gegen alles bloß Gesetzte, das sich mit seinem bloßen Dasein rechtfertigt. Demokratie verlangt die Freiheit zu solcher Kritik.
Das soll dann gleichzeitig auch unsere Botschaft an alle sein, wir brauchen mehr Kritik – wir brauchen mehr Widerstand, wir brauchen mehr Solidarität um wirkliche demokratische Freiheit zu erlangen.
Auch und gerade wir fühlen uns als linksautonome Bewegung, durch die Aktivitäten der Feinde der Freiheit im Kreis Höxter herausgefordert und agieren und handeln dementsprechend. Wir sind dazu bereit in einen offenen kritischen Dialog mit allen demokratisch agierenden Kräften zu treten unser gemeinsames Ziel lautet: „Der Kreis Höxter ist und bleibt eine nazifreie Zone“
Wir die Antifa Höxter fordern daher:
• Politische Bildung an den Schulen, die den Namen auch verdient. Es kann nicht sein, dass ein Schulleiter in Höxter, dass Demonstrationsrecht von Schülerinnen und Schülern untergräbt und politische Meinungsäußerung, via Sanktionsandrohung boykottiert. Welche Vorstellung von Demokratie und Freiheit haben solche Taliban in Nadelstreifen?
• Jugend braucht Orte und Plätze, wo sie sich austauschen und entwickeln kann, daher fordert die Antifa Höxter alternative Jugendhäuser die autonom und selbstständig organisiert sind. Wir brauchen mehr alternative, freiheitliche Kultur in dieser Stadt und im gesamten Kreis!
• Die Antifa Höxter fordert die sofortige Überprüfung der menschenwürdigen Unterbringung von Asylantinnen und Asylanten (kurz gesagt Menschen) in der Lütmarserstr. in Höxter. Es kann nicht sein, dass die Menschenwürde direkt vor unseren Augen mit Füßen getreten wird und Familien und Kinder auf wenigen qm Wohnfläche miteinander hausen müssen und im besten Fall auch noch danke schön dazu sagen sollen – auch und gerade hier müssen verbindliche Standards sichtbar werden. Wo bitte bleibt da Anspruch und Wirklichkeit in einem freiheitlichen, demokratischen Wertesystem? Schämen sollten sich die Verantwortlichen für einen solchen Zustand!
• Wir fordern den CDU Bürgermeister von Steinheim Joachim Franzke dazu auf Faschismus, Rassismus, Diskriminierung und Menschenverachtung aktiv entgegenzutreten und Klarheit zu schaffen wie seine eigene Position ist. Dabei zählen für uns keine Absichtserklärungen oder Rechtfertigungen, sondern Taten und Aktionen die sich direkt gegen die FK in Steinheim richten, wenn dies nicht gewollt ist und das Treiben der braunen Schergen in Steinheim und Umgebung weiterhin toleriert wird fordern wir den Rücktritt von Joachim Franzke.
• Wir fordern ein kreisweites Informationssystem für Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen, welches über Gefahren im Umgang mit rechtsradikalen aufklärt, wir brauchen weiterhin Hilfsangebote für Aussteigerinnen und Aussteiger aus der rechten Szene, sowie Hilfsangebote für betroffene Familien.
• Wir fordern eine aktive Aktionsform in den Schulen, die Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet die Geschichte des Antifaschismus in Deutschland und Europaweit aufzuarbeiten.
• Wir fordern alle Privatsender und Sender des öffentlichen Rechts, dazu auf verherrlichende Beiträge zum Thema Faschismus aus den Programmlisten zu streichen. Es ist verantwortungslos was dort teilweise für ein Unsinn gesendet wird! Was dort stattfindet ist keine Information, sondern Volksverblödung und spielt den rechten Schergen mit ihrer ideologisierten Identität in die Karten.
• Wir fordern eine Wertecharta für Bedienstete im öffentlichen Dienst des Kreises Höxter, welche die Menschenrechte als Grundlage sämtlichen Handelns voraussetzt. Rassismus und Menschenverachtung in öffentlichen Institutionen oder durch einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind gerade dort inakzeptabel und gehören gebannt. Verstöße gegen diese Charta führen zur sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
„Nein ihr werdet nicht durchkommen“
Wer wirklich zum Ziel hat gegen Faschismus, gegen Rassismus, gegen Diskriminierung, gegen Menschenverachtung etwas zu unternehmen, sollte in seinem handeln auch konsequent sein und das Thema in seiner Ganzheitlichkeit ernst nehmen. Wenn am Stammtisch, wenn auf dem Sportplatz, wenn in öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn in den Schulen oder sonstwo in Freizeit oder Beruf auch nur ansatzweise die Maske des Faschismus, die Maske des Rassismus, die Maske der Menschenverachtung, die Maske der Diskriminierung sichtbar wird, gilt es zusammen-zustehen und dem aktiv Widerstand zu leisten.
„Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“
In diesem Sinne „No Pasaran“!