Von wegen ruhiges Hinterland…

Was`n da los?

Heute, am Samstag den 15.09., hat die NPD Paderborn einen Informationsstand auf dem höxteraner Marktplatz angemeldet. Anmelder dieses Standes ist Eduard Plischka, der Landes- und Bundestagskandidat der NPD Paderborn. Eduard Plischka wurde am 31.07.2009 durch den Wahlausschuss des Kreises Paderborn als NPD-Kandidat für die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27.09.2009, einstimmig zugelassen. Wie die „Deutsche Stimme“ im Internet veröffentlicht, können sich die Mitglieder der extrem rechten Partei, rund um den 2010 angetretenen Landtagskandidaten Eduard Plischka, ohne von der Bevölkerung wahrgenommen zu werden, regelmäßig in ihrer Stammkneipe „Südwall“ zum Austausch treffen. Eduard Plischka pflegt außerdem den regen Kontakt zu freien Kameradschaften und anderen Autonomen Nationalisten in OWL und darüber hinaus.

Von wegen ruhiges Hinterland…
Dass Höxter nicht nur ein ruhiges Kaff mit alten Häusern und tollen Radwegen ist, sollte mittlerweile bekannt sein.

- Im Jahr 2005 spendete Georg Banszerus der NPD einen Betrag von 10.700 Euro. Georg Banszerus betrieb seit den 70er Jahren einen rechten Buchhandel namens „Heimat Buchdienst Banszerus“.

- Im Juli 2007 bedrohte der mehrfach vorbestrafte und dem Staatsschutz bestens bekannte Markus N. einen jungen Punk mit einer Pistole und nötigte diesen seine Schnürsenkel auszuziehen. Markus N. ,der nur ein Jahr vorher aus dem Berliner Gefängnis in Tegel nach mehrjähriger Haftstrafe (Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung) entlassen wurde, musste sich im Jahr 2007 erneut wegen Nötigung, Sachbeschädigung, Diebstahl und Einbruch verantworten. Markus N. wohnt nun wieder in Höxter und ist bereits durch das kleben rechter Propaganda aufgefallen.

- Ebenfalls Jahr 2007 gründete sich die „Freie Kameradschaft Höxter“ und versuchte ein, durch zahlreiche Haftstrafen führender Neonazis verursachtes Vakuum zu schließen. So fokussierte sie beispielsweise auch eine Zusammenarbeit mit dem Steinheimer Bürgermeister Joachim Franzke (CDU), um der angeblichen „Ausländer-Gewalt“ in Steinheim Herr zu werden. Franzke geriet in Folge dessen in die Kritik, da er sich erst nach mindestens zwei Treffen mit den Neonazis von jenen distanzierte.

- In 2008, kurz vor dem Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf, sind in Höxter vermehrt Plakate mit rassistischer Propaganda aufgetaucht. Diese wurden allerdings kurzer Hand von einigen Aktivist_innen noch am Tag darauf entfernt.

- Ein Jahr später, im Rahmen der „Keine Homezone für Nazis“ Demonstration der Antifaschistischen Initiative Höxter, kam es am Rande der Demonstration zu Problemen mit Neonazis. Diese versuchten aus einem Lokal heraus Fotos von den Teilnehmer_innen der Demonstration zu machen. Erst auf mehrfachen Hinweis einiger Aktivist_innen gingen eine Hand voll Polizeibeamte zu dem Tisch der Neonazis, allerdings um diese vor angeblichen gewaltbereiten Aktivist_innen zu beschützten. Unter ihnen war der bundesweit bekannte Neonazi Marcus Winter, der letztes Jahr am 24.12. eine Nazidemo in Bielefeld anmeldete.

- Am 2. Mai 2011 verurteilte das Schöffengericht beim Amtsgericht Höxter nach dreitägiger Verhandlung vier Neonazis aus Steinheim, Bad Driburg und Lichtenau wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung zu Bewährungsstrafen beziehungsweise zu einem dreiwöchigen Dauerarrest. Vermummt und mit Knüppeln bewaffnet hatten die Aktivisten der FK Höxter am 16. Januar 2010 vor der Gaststätte „Posträuber“ in Bad Driburg zwei Personen niedergeschlagen.

- Am 4. August 2012 versuchte eine größere Gruppe Neonazis nach dem Trauermarsch in Bad Nenndorf auf dem Heimweg in Höxter auszusteigen und Jagd auf Menschen zu machen, die ihren Vorstellungen nicht entsprechen.

Wer sagt, dass man in Höxter etwas tun muss, damit die Nazis merken, dass sie in Höxter keinen Fuß fassen können, der lügt. Die Nazis sind schon da! Wir müssen dafür sorgen, dass es nicht mehr werden und ihnen jeglichen Handlungsspielraum nehmen. Es reicht nicht, sie zu verscheuchen, denn sie lösen sich nicht in Luft auf.
Das Problem sind nicht nur marginalisierte Nazis, sondern die Gesellschaft aus der sie entspringen!

Deswegen reicht es nicht, sich nur gegen Nazis aufzustellen: Es sind progressive, gesellschaftliche Veränderungen von Nöten, um ein schöneres Leben für alle zu schaffen.

One Solution – Revolution!